Mittwoch, 14. Dezember 2011

Brühl und Mettmann

Am Wochenende waren wir bei meinem Bruder in der Nähe von Köln zu Besuch. Das Nutzen wir gern zum Anlass uns ein wenig Kultur anzuschauen. Dieses Mal standen die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl auf dem Programm.



Ein Meisterwerk des Rokoko

Schloss Augustusburg, die Lieblingsresidenz des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Clemens August aus dem Hause Wittelsbach (1700-61), zählt als Meisterwerk des Rokoko zu den ersten bedeutenden Schöpfungen dieser Stilrichtung in Deutschland.


Im Auftrag Clemens Augusts begann zunächst der westfälische Baumeister Johann Conrad Schlaun 1725 mit der Errichtung des Schlosses auf den Ruinen einer mittelalterlichen Wasserburg.


Ab 1728 erhielt die Augustusburg unter dem kurbayerischen Hofbaumeister François de Cuvilliés ihre Ausgestaltung als herausragende Residenz dieser Zeit. Bis zu ihrer Vollendung 1768 wirkten hier namhafte Künstler von europäischem Ruf. Beispielhaft sei Balthasar Neumann genannt, der den Entwurf für das Prunktreppenhaus anfertigte, ein Bravourstück, eine hinreißende Schöpfung voller Dynamik und Eleganz.
Durch die Zusammenführung von Architektur, Plastik, Malerei und Gartenkunst entstand ein Gesamtkunstwerk des deutschen Rokoko von höchstem Rang.


Die UNESCO würdigte dies 1984 durch die Aufnahme des Schlosses Augustusburg - zusammen mit Schloss Falkenlust und den Brühler Gärten - in die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit.


Ab 1949 wurde Schloss Augustusburg viele Jahrzehnte lang als Repräsentationsschloss des Bundespräsidenten und der Bundesregierung genutzt.


Die barocke Gartenanlage schuf Dominique Girard nach französischem Vorbild ab 1728. Sie ist auf Grund sachgemäßer Restaurierung und Pflege heute eine der authentischsten Gartenanlagen des 18. Jahrhunderts in Europa.


Abseits des barocken Gartens gestaltete Peter Joseph Lenné ab 1840 die Waldbereiche nach dem Muster eines englischen Landschaftsgartens - ein Bereich, der heute zu erholsamen Spaziergängen einlädt.


Das Land Nordrhein-Westfalen als Eigentümer sorgt dafür, dass in Brühl ein Schloss von Weltrang erhalten wird und - zusammen mit Schloss Falkenlust - als Museum der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Zu den Schlössern gehört auch noch ein wundervoll gestalteter Schlosspark.



Etwas von Brühl entfernt befindet sich der Ort Mettmann. Dort wurde 1856 der Neanderthaler gefunden. An der Stelle steht heute ein ganz tolles Museum, welches sehr anschaulich und interessant zeigt, wie die Entwicklung, das Leben und die Gesellschaft bei den Neanderthalern war.




Unweit des Museums befindet sich die tatsächliche Fundstelle mit einem kleinen Park:




Donnerstag, 17. November 2011

Madeira Tag 3

Heute endlich geht es mit dem Madeirabericht weiter – Tag Nummer 3. Eigentlich (was für ein Unwort), wollten wir heute mit der Fähre auf die Nachbarinsel Porto Santo. Dort haben wir uns auf das Columbus Haus und den herrlichen Sandstrand gefreut, den Madeira ja leider nicht hat. Die Fähre sollte um 8 auslaufen, wir waren 8.15 Uhr da. So typisch für meine Familie. *lach* Da wir nun aber einmal in Funchal waren und die Hauptstadt Madeiras eh auf unserem Plan stand, haben wir uns auf den Weg gemacht die Stadt im Süden der Insel bei herrlichstem Wetter zu erkunden. Wie das jeder Tourist so macht, hieß es auch für uns: Korbschlitten fahren. Dazu muss man nach Monte – einem 600 bis 800 m ü. M. gelegenen Ort oberhalb Funchals. Die Fahrt dorthin war mehr als aufregend, der Ausblick auch. Für 35€ pro Person ging es dann in den landestypischen Korbschlitten, 2 Kilometer bergab. Mit dabei waren 2 in weiß gekleidete Schlittenlenker.



Und zwischendrin gab es immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die Stadt und den Hafen:


Mit dem Taxi, aber auch zu Fuß oder mit einer der beiden Seilbahnen ging es dann wieder hinauf nach Monte. Dort gibt es nämlich noch eine sehr schöne Kirche zu besichtigen, die "Nossa Senhora do Monte" – Die Kirche unserer lieben Frau von Monte welche nach einem Erdbeben 1818 nach dem Wiederaufbau, eingeweiht wurde.


Im linken Seitenschiff der Kirche ist der Sarg des letzten Kaisers von Österreich, Karl I., aufgebahrt. Er wurde nach dem Ersten Weltkrieg in die Verbannung geschickt. Am 19. November 1921 kam er nach Funchal, wo er bis zu seinem Tode 1922 mit seiner Familie in dem Herrenhaus Quinta Gordon oberhalb der Kirche lebte. Das Foto ist leider nicht scharf. :-/



Nach einer kleinen Stärkung, ging es zur Uferpromenade, bei herrlichstem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Im Hafen von Funchal legen regelmäßig Kreuzfahrtschiffe an. An diesem Tag die Aida Sol.


An der Promenade haben wir dann auch ein Tickethäuschen entdeckt, welches Karten für die Fähre nach Porto Santo verkaufte. Da wir dachten das es eventuell günstiger ist sie hier, als an Board zu kaufen, sind wir mal schauen gegangen. Die Dame war sehr nett und erklärte uns das man die Tickets IMMER einen Tag vorher kaufen müsste und ohne gar nicht an Bord gekommen wäre. Puh, noch ein Grund weniger sich über das Zuspätkommen am Morgen zu ärgern. Wir wären so oder so nicht nach Porto Santo gekommen. Wir kaufen dann gleich die Tickets für uns und das Auto und fuhren 2 Tage später auch die Nachbarinsel.

Auf der Suche nach dem "Mercado dos Lavradores" dem Markt, sind wir ein wenig durch die herrliche Altstadt geschlendert und haben das ein oder andere Schmuckstück an manchem Haustüren entdeckt.




Der Markt war toll, aber es gab alles doppelt und dreifach und was ich sehr seltsam fand war, dass bestimmte Dinge von Stand zu Stand extrem im Preis geschwankt haben obwohl die Qualität die gleiche war. Seltsam... Der Markt war toll, aber es gab alles doppelt und dreifach und was ich sehr seltsam fand war, dass bestimmte Dinge von Stand zu Stand extrem im Preis geschwankt haben obwohl die Qualität die gleiche war. Seltsam...Berühmt ist die Markthalle für seinen Fischmarkt, der allerdings früh morgens stattfindet, wenn die Fischer vom Meer kommen und nicht mittags, wenn wir kommen. *lach* Also gab es nur noch "Reste" zu bestaunen.



Ein toller, aber anstrengender Tag. Nach der einstündigen Rückfahrt in unser Haus, im Norden der Insel, gab es dann nur noch Abendbrot und mein Bett, aber nicht ohne den herrlichen Sonnenuntergang versuchen zu fotografieren.

Sonntag, 6. November 2011

Reformationsfest in der Lutherstadt Wittenberg

Am 31.10. ist bei uns hier in Sachsen Feiertag, nämlich der Reformationstag. Der Reformationstag wird von evangelischen Christen in Deutschland zum Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther gefeiert und was kann es da Besseres geben als in die Lutherstadt Wittenberg zu fahren?! Vieles bestimmt. *lach* Aber D. und ich sind trotzdem bei herrlichen Wetter aufgebrochen und waren erstaunt wie nah die Stadt an Leipzig liegt. Ich war noch nie in Wittenberg obwohl es dort sehr viel zu sehen gibt. Mal abgesehen von den berühmten 95 Thesen die Martin Luther an die Schlosskirche nagelte:




Hier gibt es auch noch vier Unesco Weltkulturerbestätten zu bestaunen. Leider hatten wir nur Zeit für zwei und auch der Menschenandrang war enorm an diesem Tag um sich mehr anzusehen. Zum Einen haben wir das Lutherhaus besucht, naja, jedenfalls von außen und auch nur ganz kurz. ;-)



Und das zweite Unesco Erbe ist die Schlosskirche, mit den Thesen, hier nochmal in der vollen Ansicht:



Auf dem Turm steht in großen Lettern "Ein feste Burg ist unser Gott". Sehr beeindruckend.

Weiterhin gibts noch die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien die das älteste Gebäude der Stadt ist. Leider haben wir diese nur aus der Ferne gesehen.


Vierte und letzte Unesco "Attraktion" wäre das Melanchthonhaus. Der Humanist und Reformator Philipp Melanchthon lebte und arbeitete in diesem Haus bis zu seinem Tod. Leider haben wir davon erst auf dem Nachhauseweg gelesen. Das kommt davon wenn man sich nicht vorab informiert. Naja, beim nächsten Mal. :-)

In der ganzen Stadt und auf dem Hinterhof der Schlosskirche gab es unzählige Stände und Buden, Musik, Gaukler und Theater. Herrlich schön und mittelalterlich, genau mein Ding. Wir kommen ganz bestimmt wieder und ich kann einen Ausflug in diese tolle Stadt mehr als empfehlen. :-)




Freitag, 21. Oktober 2011

Levada Risco und Risco Wasserfall

Heute ging es für uns zum höchsten Wasserfall der Insel nämlich zum "Risco Wasserfall". Der Weg dorthin führt entlang der "Levada do Risco" und ist wunderschön.



Verlaufen kann man sich hier nicht, immer der Levada (künstliche Wasserlauf) entlang oder den Ausschilderungen.


Mit meinem Bruder können wir die weite Strecke nur schlecht laufen, mit Rollstuhl ging auch nicht, also musste jemand rechts, eine andere Person links die Hand nehmen und auf gings. Für "normale" Leute ist der Weg von rund 1,8 Kilometern recht kurz und schnell zu laufen - für uns nicht, aber am Ende sind wir auch heil angekommen. Leider war der Anblick nicht ganz so spektakulär wie gewünscht:



Naja, ich hatte mir etwas Anderes unter "höchster" Wasserfall vorgestellt, auf jeden Fall mit mehr Wasser. *lach* Schön war´s aber trotzdem und es gab sehr lustige und verfressene Vögel am Wasserfall die nur so auf die Touris gewartet haben um ihnen das Essen zu klauen.


Weiter ging es dann zu einem der vielen Leuchttürme der Insel. Leider weiß ich nicht wie er heißt, aber er war wunderschön und das Wetter wurde ab dem Moment auch sehr, sehr schön.




Und auf dem Weg zurück in unser Haus, sind wir noch kurz an Porto Moniz vorbei gefahren und hatten dort schon mal einen kleinen Ausblick auf die Sehenswürdigkeit des Ortes, nämlich ein Meeresschwimmbecken.


Dort haben wir auch einen wunderschönen Tag verbracht, dazu mehr im nächsten Post. :-)

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Madeira Tag 1

Heute lege ich endlich los mit einem detaillierten Reisebericht und natürlich Fotos. Der Start in den heißersehnten Urlaub war schon etwas chaotisch. Ich habe mich beim Blick auf den Straßenbahnplan vertan und so hatten wir 10 Minuten Verspätung. Eigentlich nicht wild, allerdings fuhr kein Zug, keine S-Bahn kein nix in den nächsten 1,5 Stunden zum Flughafen. Taxis, ja, das war die Notlösung. D. meinte noch mit 10€ sind wir dabei, jaja, der ist lang kein Taxi mehr gefahren. Ich schätzte etwas zwischen 25-30€ und hatte Recht. Egal, nützt ja nix, wenigstens waren wir pünktlich. Am Flughafen haben wir uns dann mit meinen Eltern und meinem Bruder und seiner Freundin getroffen und dann konnte es auch schon los gehen. Der Flug war ok, für mich viel zu lang, denn ich hab Flugangst. Als ich dann noch die Landebahn in Funchal gesehen habe, war´s aus. Gut das ich das hier, erst hinterher gelesen habe:

"Früher war der Anflug auf den Flughafen schwierig und gefürchtet, da er sich direkt am Hang der Steilküste befindet, wo Scherwinde auftreten können und bis Herbst 2000 die Bahn mit 1781 Metern auch relativ kurz war. Am 15. September 2000 wurde die auf 2777 Meter verlängerte Start- und Landebahn eröffnet, auf welcher nun alle Flugzeugtypen landen können. Die Bahnverlängerung wurde über eine Bucht mit einem aufwändigen Stützenbauwerk von 1020 Metern Länge und 180 Metern Breite für 520 Mio. Euro realisiert. Die dabei verbauten 3 Meter dicken Betonpfeiler sind bis zu 120 Meter lang, davon bis zu 59 Meter oberirdisch, der Rest ist unterirdisch oder im Meeresgrund verankert."

Ich wär nicht in das Flugzeug gestiegen hätte ich das vorher gewusst. Die Ladung war ok, das Wetter auch und das Auto ein Witz, naja, eigentlich nicht – es war das was wir bestellt haben, ein 7-Sitzer für 6 Personen und einen Rollstuhl absolut ok. Nur hatte niemand auch nur kurzzeitig daran gedacht das wir ja auch noch 6 Gepäckstücke dabei hatten. Naja, es ging dann irgendwie und nach einer 1 stündigen Fahrt vom Süden der Insel bis nach Boaventura im Norden entschädigte der Blick aufs Haus für Alles.


Wunderschön und mit einem Wahnsinns-Ausblick:



Unbezahlbar wenn man dies jeden Morgen sehen könnte und dabei gemütlich einen Kaffee trinkt. :-) Da wir gegen 17.00 Uhr gelandet sind, wurde an dem Tag nichts mehr unternommen. Ankommen, Zimmer verteilen und auspacken, mehr war nicht drin. Allerdings ist der Zugang zum Haus sehr schwierig: 170 Betonstufen ohne Geländer und ziemlich steil. Herrlich. Gerade für meinen Bruder der seit einem Autounfall nur noch schlecht laufen kann eine echte Herausforderung und das täglich, ABER er hat das Haus ausgesucht und wusste vorher wie anstrengend das Ganze wird, aber ihr kennt das ja mit der Theorie und der Praxis. *lach*

(oben, etwas links sieht man unser Haus)

(ein Geländer ist angedeutet, mehr nicht)

Mir hat die Treppe mit meinem Koffer echt gereicht und jeden Tag mussten wir die Stufen bei der Hitze mindestens einmal hoch und runter laufen. Weniger schön. Meine Eltern und ich sind abends noch ins 20 Kilometer entfernte Santana gefahren wozu wir rund 3 Stunden brauchten. Nun ja, andere Länder, andere Sitten, andere Straßenverhältnisse. Bei einem guten Glas Madeirawein und einer Runde Kniffel konnte der Urlaub beginnen. :-)