Mittwoch, 1. August 2012

Endlich wieder unterwegs...

Zwar jetzt nicht soooo weit weg, aber immerhin haben wir tolle Dinge gesehen von denen ich berichten möchte. D. und ich waren für 6 Tage zu Besuch bei seinem Vater in Tübingen. Von dort aus sind wir einen Tag nach Maulbronn in die ehemalige Zisterzienserabtei gefahren und am nächsten Tag auf die Insel Mainau im Bodensee. Heut gehts um das ca. 1147 gegründete Kloster zu Maulbronn.


Die Anlage, die von einer Mauer umschlossen ist, beherbergt heute unter anderem mehrere Restaurants, die Polizei, das Rathaus von Maulbronn und andere Verwaltungsämter. Was schon ziemlich beeindruckend aussah. Quasi eine kleine Stadt innerhalb der Stadt. Verträumte Gassen, niedliche Geschäfte - eine kleine Welt für sich.




Noch viel imposanter ging es dann aber im Kloster selber zu. Mich beeindrucken diese alten Gemäuer sehr und ich stelle mir vor wie das Leben hier wohl früher zugegangen ist. Ich kann das gut - hab wohl eine blühende Fantasie. :-) Mit unserem Audioguide ging es dann also los in die herrlich, kalten Gemäuer. Eine Wohltat bei rund 30 Grad Außentemperatur.


Zur Abwechslung gibt es auch einmal ein Foto mit mir drauf, aber es geht ja mehr um das Erlebte als um mich. ;-) Deshalb folgen danach noch ein paar Bilder vom ehemaligen Speisesaal der Mönche und des Brunnens, zu dem es noch eine spannenden Geschichte gibt.


Das Kloster soll folgendermaßen entstanden sein:

Die Mönche waren unentschlossen wo sie das Kloster bauen sollten. Sie beluden deshalb ein Maultier mit den Klosterschätzen und ließen es laufen. Das Maultier blieb an der Stelle des heutigen Brunnens (= Bronn) stehen, warf den Klosterschatz ab und scharrte mit dem Huf. Dort schoss sogleich eine Wasserfontäne empor, die die Mönche im Brunnen und später im Brunnenhaus fassten. So habe das Kloster Standort und den Namen Maulbronn erhalten. 

Und noch was sollen die Mönche hier erfunden haben - die Maultaschen. 

Eine Legende erzählt, dass gewitzte Ordensbrüder des Klosters Maulbronn - als diese in der Fastenzeit Fleisch geschenkt bekommen hatten - dieses als gute Schwaben nicht verkommen lassen wollten. Um das Verbot zu umgehen, freitags und in der Fastenzeit Fleisch zu essen, hackten sie das Fleisch ganz klein und vermengten es mit Kräutern. So sah es nach Gemüsebrei aus. Zudem wurde es noch in Taschen aus Nudelteig versteckt, damit es der Herrgott vom Himmel nicht sehen könnte. Der "liebe Gott" soll dabei augenzwinkernd zugesehen haben. Im Volksmund wurde dieses Gericht nach dem Klosternamen als "Maul"tasche bezeichnet und wird auch scherzhaft "Herrgottsbscheißerle" genannt.

Wer weiß - vielleicht ist ja was Wahres dran. Lecker sind sie auf jeden Fall. :-)